Wir recherchieren. Wir hinterfragen. Wir hören zu. Wir sprechen aus, was andere denken. Thursday - Feb 22, 2018

Die Qual der Wahl beim Smartphonekauf… 


Man kennt es: Ewig andauernde Kämpfe zwischen den iPhone- und den Samsung-Enthusiasten auf allen möglichen Internetplattformen; alles dreht sich darum, welches Handy das bessere ist. Doch gibt es „das Beste“ in diesem Fall überhaupt? Smartphones gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Dabei sind sie alle unterschiedlich und zum Teil auch an verschiedene Zielgruppen gerichtet. Dass ein 150 € teures Smartphone in fast keinem Punkt mit einem 500 €-Handy mithalten kann sollte dabei klar sein – doch das muss es auch gar nicht, denn das günstige Gerät ist an eine ganz andere Zielgruppe gerichtet. Auch denken immer noch viele Menschen, dass es nur das i-ne gibt und alles andere kopiert ist. Aber beginnen wir mal ganz am Anfang.

Die Anfänge 

Als 1996 das erste Smartphone auf den Markt kam, wurde der finnische Elektronikkonzern „Nokia“ rasant zum Marktführer. Smartphones waren damals größtenteils Handys mit Internetverbindung, einem größeren Bildschirm und oft auch mit QWERTZ-Tastatur. Touchscreens gab es schon damals, doch wirklich durchsetzen konnten sie sich nicht. Allerdings gab es schon erste Appstores, wie den „Ovi Store“, in denen man sein Smartphone mit kleinen, mehr oder weniger nützlichen Programmen aufrüsten konnte. 2007 stellte der kalifornische Konzern „Apple“ das iPhone vor – ein Smartphone in einem bisher unbekannten Formfaktor: Keine Tastatur, nur ein Touchscreen, der auf Fingerberührungen reagiert. Das Wunder namens iPhone verbreitete sich schnell und es dauerte seine Zeit, bis andere Hersteller nachzogen. Anfangs recht erfolglos, konnten viele Hersteller nach der Zeit aber gut aufholen, andere damals sehr erfolgreiche Unternehmen scheiterten oder konnten zwar aufholen, aber nicht an alte Erfolge anknüpfen. Im Moment gibt es drei große Smartphone-Plattformen, die sich durchsetzen konnten: Apples iOS, Googles Android und Microsofts Windows Phone. Die Auswahl ist riesig, und so wird es immer schwieriger, das richtige Handy für sich zu finden, weshalb es vorteilhaft ist, gut informiert zu sein:

Der Kampf um Marktanteile 

Nehmen wir einmal Apples iOS als Beispiel. Es ist ausschließlich für das iPhone konzipiert, welches es in zwei Preisklassen gibt: Teuer – und sehr teuer. Ob die Preise gerechtfertigt sind, ist ein anderes Thema, aber iOS ist im Vergleich zu einen Alternativen das leichteste und unkomplizierteste System. Es hat wenig Spielräume, wenig Einstellungsmöglichkeiten und ist sehr geschlossen (Geschlossen heißt, es lässt wenig Freiraum und unterbindet den Eingriff von nicht im System verankerten Quellen wie z.B. externen Appstores; mit dem sog. „Jailbreak“ wird das System zwar offener, es hat aber trotzdem noch größere Limitierungen), doch es ist einfach einfach. Jeder findet sich sofort zurecht und braucht nicht lange, um die Bedienung zu durchschauen. Doch auch das Gerät an sich ist sehr simple produziert worden: Innovationen wie ein hochempfindlicher Touchscreen, der sich mit Handschuhen bedienen lässt, NFC zum Datenaustausch oder kabelloses Laden fehlen, doch dafür ist das iPhone auch frei von unnötigen Spielereien und das, was es kann, macht es zudem auch noch sehr gut. Ein sehr guter Akku, ein tolles Display, eine erstklassige Performance und eine relativ gute Kamera bei Spezifikationen, welche eigentlich schon längst überboten worden sind. Man sieht wieder einmal, dass es nicht auf die Größe, sondern mehr auf die Technik ankommt!

iPhone und Android stehen sich gegenüber: Metaphorisch dargestellt wie eine riesige Festung, ausgerüstet mit den größten und modernsten Waffen und tausend verschiedenen Soldaten. Vergleichen wir die Spitzenmodelle mit Android mit dem iPhone, fällt auf, dass die Datenblätter deutlich größer sind. Mehr als das doppelte an Leistung, größere Akkus, mehr Megapixel und hochauflösendere Displays. Doch kann das iPhone gut mit diesen Boliden mithalten, denn wie bereits

gesagt, steht die Technik im Vordergrund. Ein iPhone 5 (2013) kann zum Teil gut mit einem Android-Gerät aus dem Jahre 2014 mithalten, welches etwa die dreifache Leistung hat. Das liegt daran, dass Apple sein System auf die einzelnen Geräte anpassen kann, was bei so vielen Geräten mit Android nicht möglich ist. Zudem muss man auch ehrlicherweise sagen, dass Android nicht sehr gut programmiert ist. Es ist sehr leistungshungrig, teilweise inkonsequent und die verschiedenen Anpassungen der einzelnen Hersteller machen das auch nicht unbedingt besser. Dafür ist es aber extrem offen (externe Appstores sind von Haus aus zugelassen; größere Änderungen sind zwar auch erst nach einer Art „Jailbreak“ möglich, doch durchaus weitreichender als beim iPhone) und personalisierbar. Auf ein Samsung Galaxy S4 kann man beispielsweise die Software des Nexus 5 spielen, wenn man das möchte. Android lässt sich wirklich an jedermanns Wünsche anpassen und hat so gut wie keine Einschränkungen. Das sorgt auch dafür, dass Android-Geräte auch unzählige Features und Innovationen vorweisen können. Diese können sowohl nützlich sein, als auch mehr oder weniger sinnlose Spielereinen. Die Offenheit ist allerdings auch für Malware gut, denn Android ist auch das anfälligste mobile Betriebssystem. Mit einem Virenscanner lässt sich dem aber wieder gut entgegenwirken.

…Oder man geht einen anderen Weg

Genau zwischen den beiden Festungen steht dann Windows Phone. Bisher hat es nicht ganz so viel Marktanteil wie iOS oder Android gewonnen, ist dafür aber schneller gewachsen; Windows Phone, oder kurz WP, ist also gerade gut im Kommen. Es ist etwa genauso geschlossen wie iOS, hat dafür aber von Haus aus mehr Personalisierungsmöglickeiten. Ein WP lässt sich innerhalb des Systems genau auf den Nutzer anpassen, so dass jedes Windows Phone anders (und damit einfach persönlich) ist; eine wirkliche Möglichkeit, komplette Teile des Systems auszutauschen, wie bei Android, gibt es aber nicht. Das sorgt jedoch wiederum dafür, das Windows Phone nicht anfällig für Viren und dank verschiedener Verschlüsselungstechniken und weiterer Features, sogar das sicherste mobile System ist. Microsoft kann zwar, genau wie Google Android, Windows Phone nicht auf einzelne Geräte anpassen, so wie Apple es kann, doch ist WP allgemein sehr ressourcenschonend, was heißt, dass es auch auf günstigen Geräten hervorragend läuft. Innovationen findet man bei Windows Phone meist dort, wo es nützlich ist (wie hochsensitive Touchscreens oder optische Bildstabilisierung), aber auf Spielereien wie bei Android verzichtet man. Im Ganzen besitzt das System selber aber schon viele Funktionen, welche die jeweilige App dazu überflüssig machen. Apps sind hier aber auch ein wichtiges Kriterium, denn bisher hat Windows Phone mit 350.000 Apps die kleinste Auswahl – die wichtigsen Apps sind jedoch vorhanden, auch wenn die Qualität manchmal etwas zurüclhängt.

Was heißt das nun?

Wie man sieht, sind die drei großen Systeme so unterschiedlich, dass jeder in Bezug auf seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben selbst entscheiden muss, welches er bevorzugt. Ein Vorstandsvorsitzender eines großen Konzerns wird wohl eher zu einem Windows Phone greifen, da dort zum Beispiel das Programm „Office“ integriert ist und es eine hohe Sicherheit aufweist. Gleiches gilt für Personen, die viel mit dem Handy arbeiten, aber zwischendurch auch auf persönliche Dinge des Alltags fokussiert sind. Jemand, der gerne alle Möglichkeiten seines Geräts ausprobieren und ausnutzen will, wird wohl eher zum Android-Gerät greifen und ein anderer, der ein einfaches, funktionsfähiges Smartphone mit vielen Möglichkeiten (durch viele Apps) haben möchte, wird sich für das iPhone entscheiden. Die ganzen Fan-Kämpfe im Netz sind also unbegründet und einfach eine Art von ziellosem Hin und Her, denn schließlich nimmt jeder das, was für ihn das Beste ist.

Foto: N i c o l a from Fiumicino (Rome), Italy [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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