Grund, Gründe, Gründen

Bestimmt hast Du in den letzten Monaten und Jahren auch gemerkt, dass Themen wie Start-Ups, das Gründen oder auch das Unternehmen, vermehrt zur Sprache kommen und in den Vordergrund rücken. Wahrscheinlich kannst Du Dir auch schon eine ungefähre Vorstellung davon machen, was diese Begriffe bedeuten. Dennoch finde ich, ist es an der Zeit die ganze Sache einmal noch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zu allererst stellt sich da die Frage: Was ist ein Start-Up überhaupt? Was macht es aus? Unter dem Begriff „Start-Up“ kann man sich ein neu gegründetes Unternehmen vorstellen. Das ist aber nicht alles. Dieses Unternehmen sollte nämlich auf einer innovativen Idee basieren, die ein hohes Wachstumspotential verspricht. Das bedeutet, dass es ein Produkt entwickelt, welches gerne von den Leuten gekauft wird. Außerdem ist es wichtig, dass dieses Produkt voraussichtlich auch lange nach dem Erscheinen noch auf Nachfrage stößt und sich verkauft.

Meist stehen den Gründenden dabei wenige finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Demzufolge gehört zum Gründen einerseits ein gewisses Kapital und andererseits ein Businessplan. Auf diesem Plan kann dann unter anderem festgehalten werden, wie und wofür das Kapital verwendet wird und wie die Idee, die man hat, umgesetzt werden kann.

Dabei müssen Antworten auf die verschiedensten Fragen gefunden werden. Als Beispiele nennen, kann man da Folgende:
Wer wird die Zielgruppe des Produkts sein?
Wie erreiche ich die Zielgruppe?
Wie und wo kann ich das Produkt entwickeln und herstellen?
Auf welchem Wege kommt es in die Hände der Kundinnen und Kunden?
Wie lange wird dieser Prozess dauern?

Wie vorher schon angesprochen, spielt die Finanzierung des Projekts eine große Rolle. Die wenigsten Gründenden werden sich mit freudigen Gedanken an ihre sechsstelligen Kontobeträge in die Entwicklung ihres Start-Ups stürzen oder mit glänzenden Designerschuhen die Marmortreppen zu ihrem neuen Büro hinauf stolzieren. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie daran denken, sich, wenn auch in geringen Mengen, Unterstützung bei der Familie oder Freunden zu suchen. Andere suchen sich möglicherweise sogenannte Business-Angels, die als Privatperson in das neu gegründete Unternehmen investieren. Wiederum andere streben an, einen Kredit aufzunehmen und von der Idee, ein Projekt durch Crowdfunding zu unterstützen, hast du bestimmt auch schon einmal gehört. So kann beispielsweise ein Unternehmen durch Spenden Zuspruch erhalten.

Neben der grundsätzlichen Projektentwicklung und Planung ist auch die persönliche Einstellung und die Arbeitsweise ausschlaggebend für den Erfolg des Ganzen[KK2]. Wer nämlich pausenlos zweifelt und Angst vor Dingen oder Zuständen hat, die höchstwahrscheinlich gar nicht eintreten werden, legt sich selbst viele unnötige Steine in den Weg. Deshalb ist es sehr wichtig an sich selbst zu glauben und sich nicht von seinen Träumen oder Visionen abbringen zu lassen.
Auch Perfektion ist bei der Gründung eines Unternehmens fehl am Platz. Jeder fängt einmal klein an und macht Fehler. Das Wichtige daran ist aber, sich nicht von ihnen einschüchtern zu lassen, sondern sie zu akzeptieren und daraus zu lernen.
Jetzt da das Grundsätzliche geklärt wäre, halte ich es für richtig, Dir ein paar Start-Ups vorzustellen:

The Female Company

Bildquelle: https://www.thefemalecompany.com/wp-content/uploads/2018/09/Pressemappe_TheFemaleCompany_Juli-2018.pdf, Stand: 17.03.2019

The Female Company ist ein Unternehmen, welches Anfang 2018 von Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier gegründet wurde. „Female“ deshalb, weil sie es sich zur Aufgabe gemacht haben aus Bio-Baumwolle hergestellte Tampons zu entwickeln und zu verkaufen.
Hersteller*innen herkömmlicher Tampons müssen nicht preisgeben, woraus ihr Produkt besteht und wie die Produktion abläuft. Genau das war für die beiden Gründerinnen der Grund ein transparentes Produkt zu bieten, welches ohne den Einsatz von Pestiziden und Chemikalien hergestellt wird.
Über ihre Internetseite können die in einer Designbox verpackten Tampons in Form eines Abos bestellt werden. Dabei ist die Zusammenstellung der Größen sowie auch der Lieferzyklus frei wählbar. Hinzukommt, dass pro abgeschlossenem Abo eine weitere Frau in einem Flüchtlingsheim mit Hygienemitteln versorgt wird.
Die Mission der beiden „die Periode durch faire, gesunde und moderne Produkte endlich zu einem positiven Erlebnis zu machen und mit einem Produkt, das so viele von uns sowieso brauchen, etwas Gutes zu tun“ stößt auch auf eine hohe Nachfrage. So hoch, dass die Produkte der beiden wohl bald auch in den ersten dm-Märkten zu finden sein werden.

Airpaq

Bildquelle: https://www.notion.so/Imageflyer-Schrott-sei-Dank-Die-Reise-geht-weiter-07cbbd440ca640e39c30378d2daf0622, Stand: 17.03.2019

Die Aufgabe des Start-Ups „Airpaq“ ist es, aus alten Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschlössern Rucksäcke herzustellen. Durch das Upcyceln der Materialien haben die Gründer Adrian Goosses und Michael Widman damit ein nachhaltiges Produkt entwickelt, welches hoch gefragt ist. Mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne Mitte 2017 konnten die beiden ihr Projekt ins Leben rufen und bieten heute zwei Rucksäcke und ein Beutelmodell in fünf verschiedenen Farben an.
Das Design der Airpaqs und BAQs scheint so herausragend zu sein, dass es in gleichnamiger Kategorie des Produktwettbewerbs des Verbands der PBS Markenindustrie im Januar 2019 zum Produkt des Jahres gewählt wurde.


Quellen

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