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„Ekelig, aber ich wusste: in Dortmund kommt das an“ – Frank Goosen spielt sein Programm „Durst & Heimweh“


Es ist ein sehr warmer Sommertag, der Auftritt findet in einem Zelt statt. Ausverkauft. An drei Tagen in Folge. Das Publikum sitzt an Biertischen, auch während der Show wird am Tisch bedient. Gute Bedingungen also für Kabarettist Frank Goosen.

Frank Goosen bei seinem Auftritt beim RuhrHOCHdeutsch Festival am 07.08.2015 in Dortmund

„Durst & Heimweh“ heißt das aktuelle Programm des Bochumer Kabarettisten. Damit kann man sich offensichtlich auch in Dortmund identifizieren; dass Goosen im Aufsichtsrat des VfL Bochum sitzt, stört niemanden. Damit auch keine negativen Gefühle aufkommen, stichelt der Künstler gleich mal gegen Köln und Gelsenkirchen. Das eigentliche Thema sind Reisen – mit den Großeltern, auf Klassenfahrt, mit den Kumpels. Einige der Geschichten entstammen Goosens Büchern, andere Nummern hat er für das Programm neu geschrieben. Das scheint aber auch weniger wichtig zu sein — die größten Lacher ernten derbe Sprüche und spontane Einwürfe.

Richtig lustig ist Goosen, wenn er einfach drauflos quatscht

Zu Beginn des Programms spricht Goosen über Kölsch — eine ältere Nummer, über die er in einem Video 2007 selbst sagt: „Das sind so Gags, wo ich ziemlich sicher bin: Wenn die erste Bemerkung ankommt und ich merke, die kennen das nicht, kann ich ziemlich sicher sein, dass auch der Rest ankommt.“

Inzwischen kennen wohl Einige die Pointen, denn noch liegt der Saal vor Lachen nicht am Boden.

Das ändert sich aber, als Frank Goosen später spontan von einem Spiel der Jugendmannschaft erzählt, die er trainiert. Er berichtet, wie eine Mutter beim Auswärtsspiel einen Snack kaufen wollte. Im Kiosk am Fußballplatz bestellt sie ein Snickers. Die Antwort: „Ich hab nur Mars, aber da kann ich dir ein paar Nüsse reindrücken.“

So familiär mit Fremden wird man wohl nur im heißen Zelt

Spätestens in der Pause kommt man mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Über die drückende Hitze innerhalb und außerhalb des Zeltes. Über die drei Fans, die im Bochum-Trikot angereist sind. Darüber, dass während der Pause die gleiche CD läuft wie vor dem Programm. Das Wetter schweißt (und schwitzt) zusammen.

Goosen spielt an diesem Abend zwei mal 45 Minuten – plus Nachspielzeit. Nach der Vorstellung treibt es die Menschen in die Kühle der  Nacht. Der Künstler signiert noch ein paar seiner Bücher und Autoschilder  mit der Aufschrift: „Woanders is’ auch Scheiße!“ und plauscht mit den Bochum-Fans. Damit ist Feierabend für den ersten der drei Auftritte beim RuhrHOCHdeutsch Festival.

 

Vor seinem Auftritt hat Frank Goosen mit Reflekteur Sebastian Stachorra gesprochen. Das Interview kannst Du hier nachlesen.

 

© Sebastian Stachorra

Frank Goosen beim Auftritt am 07.08.2015 in Dortmund.

 

 

 

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