Wir recherchieren. Wir hinterfragen. Wir hören zu. Wir sprechen aus, was andere denken. Saturday - Nov 25, 2017

Ein Abend am Broadway – Götz Alsmann & Band


© Sebastian Stachorra / reflekt Magazin

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Götz Alsmann und Band auf der Bühne – das ist mehr Show als Konzert. Obwohl, unkommentiert kann diese These nicht bleiben. Denn natürlich steht während der gut  zweistündigen Abends „Am Broadway“  die Musik im Vordergrund. Genauer: deutsche Übersetzungen alter Broadway-Hits. Arrangiert und aufgenommen eben dort in New York. Doch zwischen den Songs steht der Entertainer Alsmann eben doch auf und erzählt charismatisch, wie man ihn aus „Zimmer frei!“ kennt, Anekdoten über die Jugenderfahrungen in seiner Heimatstadt Münster, den Broadway und seine Songs. Dann steht er da in seinem flamingofarbenen Sakko, schaltet das Show-Lächeln ein und freut sich sichtlich, wenn das Publikum amüsiert lacht.

© Sebastian Stachorra / reflekt Magazin

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Während der Songs herrscht andächtige Stille unter den rund 2000 Zuschauenden. Die Halle Münsterland, sie ist natürlich ausverkauft, wenn sich Götz Alsmann & Band ankündigen. Die Band, das sind Markus Paßlick (Percussions), Rudi Maihold (Schlagzeug), Michael Ottomar Müller (Bass), Altarid M. Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete) und Götz Alsmann (Klavier, Gesang). Der Sound, den die fünf auf die Bühne bringen, schmiegt sich angenehm ins Ohr. Wenn man sich an die Männer in den pinken Sakkos gewöhnt hat, kann man sich völlig auf die musikalische Erfahrung einlassen. Alsmann und Sicking werfen sich Melodiestücke zwischen Klavier und Vibraphon hin und her, der Bass läuft angenehm im Hintergrund, die Percussions bekommen ihre Soli und hin und wieder darf auch eine Trompete mitspielen. Das Publikum hört aufmerksam, interessiert und begeistert zu und spendet anschließend Applaus. Nur wenige Male gibt es zaghafte Versuche, den Takt mitzuklatschen. Die setzen sich aber nicht durch – sei es aus Respekt oder um kein Wort der Gesangstexte zu verpassen.

"Bis zur Schamhaargrenze"

Seit mehr als 40 Jahren spielt Alsmann in Bands. Wie routiniert er ist, zeigt sich, wenn er lässig das Mikro mit einem Bein wegschiebt, während er weiter auf dem Klavier spielt. Natürlich hat er in der Zeit auch gelernt, mit dem Publikum umzugehen. Ein kleiner Stepptanz hier (selbstverständlich weiter Klavier spielend), ein kleines Tänzchen auf der Bühne dort und schon hat er das Publikum für sich gewonnen. Und dazu immer wieder dieses gewinnende Lächeln! Seine Ansagen hält er im bekannten Alsmann-Stil: provokante Thesen, lustige Anekdoten und so schnell aneinander gereihte Wortketten, das man beim Zuhören kaum hinterherkommt. Da braucht es auch mal eine Sekunde, bis ein Satz wie „Bis zur Schamhaargrenze beugten wir uns aus dem Fenster“ im Publikum verarbeitet wird.

© Sebastian Stachorra / reflekt Magazin

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Alsmann - am Flügel, mit Mikro, mit Banjo

Zwei Stunden geht das so, dann wird es Zeit für die Zugaben und Alsmann führt in eine spezielle Gattung Lieder ein: Bundesdeutsche Cowboylieder der Nachkriegszeit. Mindestens zwei solcher Songs gibt es, denn die singt er, sich selbst mit dem Banjo begleitend. Das verwirrt Teile des Publikums, mindestens jedoch den Autor dieser Zeilen dann doch.

Zum Abschluss des Abends kommt auch die Band an ihre Instrumente, Blumen werden aus dem Publikum geworfen und Götz Alsmann & Band verabschieden sich mit einem besonderen Cover:

Zur Homepage von Götz Alsmann geht es hier: http://www.goetz-alsmann.de

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